Schweizer Neutralität – nume no uf Papiir?

Liedtext

I bi neutral Mann, i tue nid schtriiite

I schlo mi nid uf eini Siite

Mir hei Bärge, mir hei Chüe u di beschti Schoggi wiit u breit,

Vo Brüssel löh mir üs nid säge, wo’s politisch düre geit.

Sanktione hie, Sanktione dert  moralisch tönt’s jo guet,

doch wemä eire Site hüuft, simer nüm neutral im Bluet.

Wes dussä brönnt de chömier nid im Alpäbunker hocke,

Und vo dr EU löhmer üs nid inä Wäutchrieg locke.

Es bruucht nid immer Panzer, Drohne oder Gschrei,

Mi söt doch zäme rede und Fride ha dehei.

I bi neutral Mann, i tue nid schtritte

I schlo mi nid uf eini Siite

Aui Vöuker chöi im Fride läbe

Blibet neutral und tüet zäme häbe!

Si mer no neutral, ömu ufäm Papiir?

Und wenn Brüssel rüeft, wäm fouge mir?

Wär aui Brügge zämebombt, dä duet nümm eini boue

Wenn niemer meh tuet zäme rede, wäm chasch de no vertroue?

D’Neutralität si ghört zur Schwiiz sit 1515.

Ändi Septämber bruucht si mii und i tue sä ungerstützä!

Vo Washington bis Moskau, vo Brüssel bis Berlin,

we mir üs ufäne Site schlöh, isch d’Neutralität dahin

Wenn d’Türe zue si, d’Händy stumm und jede nume schiesst,

brucht’s eine, wo vermittle cha, wo no s’Vertroue gniesst.

Vielläch isch neutral sii unbequem und sicher nid modärn,

Mi wott nid gäge d’Strömig schwümme u ersch rächt nid in Bärn.

Bevor mir d’Neutralität verschänke, sötte mir üs bsinnä:

Chönnt me vilech zäme rede und so ä Fride gwinnä?

Dr Bundesrat cha rede, d’Parteie striite bis i d’Nacht,

D’Expärte chöi erkläre, was dr richtig Kurs usmacht.

Doch wenn’s Abstimmigskuvert uf em Chuchitischli ligt,

denn weiss jede Schwiizer: Jetzt isch es üsi Zyt.

Nid Washington, nid Moskau, nid Brüssel tuet bestimmä

was mir uf dä Zödu schriibe, i cha mi säuber bsinnä.

Mir müesse nid im Bunker hocke, wüu d’Wäut i Flamme steit,

D’Neutralität chas scho no richte, d’Diplomatie het nid verseit.

I bi neutral Mann, i tue nid schtritte

I schlo mi nid uf eini Siite

Aui Vöuker söue im Fride läbe

Blibet neutral und tüet zäme häbe!

Mir si neutral u zeige Farb: rotwiis äs isch bekannt.

Wenn Brüssel rüeft, luegemir wäg, s’isch numä ä Vagant.

Wenn angeri wei Brügge bombe  mir düe no eini bouä

Ir Schwiiz chame no cho rede, üs darfme no vertrouä

D’Neutralität si ghört zur Schwiiz, sit 1515.

Mir gäh si nid so eifach ab, i tue sä ungerstützä!

Hochdütschi Übersetzig

Ich bin neutral, Mann, ich streite nicht
Ich schlage mich auf keine Seite

Wir haben Berge, wir haben Kühe und die beste Schokolade weit und breit,
von Brüssel lassen wir uns nicht sagen, wohin es politisch geht.

Sanktionen hier, Sanktionen dort,
moralisch klingt es ja gut,
doch wenn man einer Seite hilft, sind wir nicht mehr neutral im Blut.

Wenn es draussen brennt, können wir nicht im Alpenbunker hocken,
und von der EU lassen wir uns nicht in einen Weltkrieg locken.

Es braucht nicht immer Panzer, Drohnen oder Geschrei,
man sollte doch miteinander reden und zu Hause Frieden haben.

Ich bin neutral, Mann, ich streite nicht
Ich schlage mich auf keine Seite

Alle Völker können in Frieden leben
Bleibt neutral und haltet zusammen!

Sind wir noch neutral, zumindest auf dem Papier?
Und wenn Brüssel ruft, wem folgen wir?

Wer alle Brücken zusammenbombt, der baut keine mehr.
Wenn niemand mehr miteinander redet, wem kannst du dann noch vertrauen?

Die Neutralität gehört seit 1515 zur Schweiz.
Ende September braucht sie mich, und ich unterstütze sie!

Von Washington bis Moskau, von Brüssel bis Berlin,
wenn wir uns auf eine Seite schlagen, ist die Neutralität dahin.

Wenn die Türen geschlossen sind, die Handys stumm und jeder nur noch schiesst,
braucht es einen, der vermitteln kann und noch Vertrauen geniesst.

Vielleicht ist es unbequem, neutral zu sein, und sicher nicht modern,
man will nicht gegen den Strom schwimmen und schon gar nicht in Bern.

Bevor wir die Neutralität verschenken, sollten wir uns besinnen:
Könnte man vielleicht miteinander reden und so Frieden gewinnen?

Der Bundesrat kann reden, die Parteien streiten bis in die Nacht,
die Experten können erklären, was den richtigen Kurs ausmacht.

Doch wenn das Abstimmungskuvert auf dem Küchentisch liegt,
dann weiss jeder Schweizer: Jetzt ist unsere Zeit.

Nicht Washington, nicht Moskau, nicht Brüssel bestimmt,
was wir auf den Zettel schreiben, ich kann mich selber besinnen.

Wir müssen nicht im Bunker hocken, weil die Welt in Flammen steht,
die Neutralität kann es noch richten, die Diplomatie hat nicht versagt.

Ich bin neutral, Mann, ich streite nicht
Ich schlage mich auf keine Seite

Alle Völker sollen in Frieden leben
Bleibt neutral und haltet zusammen!

Wir sind neutral und zeigen Farbe: Rot-Weiss, das ist bekannt.
Wenn Brüssel ruft, schauen wir weg, es ist nur ein Vagant.

Wenn andere Brücken bombardieren, bauen wir noch eine.
In der Schweiz kann man noch miteinander reden, uns darf man noch vertrauen.

Die Neutralität gehört seit 1515 zur Schweiz.
Wir geben sie nicht so einfach auf, ich unterstütze sie!

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